Titel Roboter

ISO – Zertifizierung an der Staatlichen Feintechnikschule mit Technischem Gymnasium

Schulleiter Thomas Ettwein, Fachabteilungsleiter Udo Held und Fachberater und Qualitätsbeauftragter Karl-Heinz Suske.
Zertifikat oberer Teil

Frage: 2010 wurde die Feintechnikschule erstmals ISO-zertifiziert. 2013 begann mit der Re-Zertifizierung ein neuer Qualitätszyklus. Weshalb haben Sie das gemacht?  

 

Ettwein: Wir haben gute Erfahrungen mit der ISO-Zertifizierung gemacht. Es war ein lohnender Aufwand. Das hat zu einer stetigen und nachhaltigen Auseinandersetzung mit der Qualitätsentwicklung an der Schule geführt und auch die Qualität der Schule kontinuierlich verbessert.  Wir haben  gute Verbesserungsvorschläge erhalten, von Schülern, von Sekretärinnen und von Lehrern, so z.B. der Schülervorschlag auf den Mitarbeiterplakaten die Ersthelfer zu kennzeichnen. Mir war es wichtig ein Qualitätsmanagementsystem an der Schule zu haben, das in der Industrie, mit der wir zusammenarbeiten, bekannt und anerkannt ist.

 

Frage:  Lohnt sich die viele Arbeit – wie motiviert man die Menschen?

 

Suske: Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben ein Feedback, z. B. Schüler-Lehrer – Feedback und Lehrer-Lehrer- Feedback, eingeführt. Wir haben unsere Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Wir haben einen Blick von außen auf die Schule gewonnen. Wir haben Strukturen verändert und uns realistische Ziele gesetzt, die wir erreicht haben und mit Kennzahlen kontrolliert haben.

Die nachhaltige Motivation der Mitarbeiter, der Lehrer und Schüler ist natürlich ein wichtiger Prozess. An Verbesserungen gewöhnt man sich schnell, sie werden auf Dauer nicht als Ergebnis der kontinuierlichen Qualitätsentwicklung wahrgenommen. Deshalb haben wir zum Beispiel auf schulinternen „Marktplätzen“ unsere Qualitätsentwicklung mit den Kollegen diskutiert.

 

Frage:  Welche Qualitätsziele verfolgen Sie zur Zeit?

 

Held: Schülergenerationen ändern sich, die Schüler verändern ihr Lernverhalten. Deshalb versuchen wir an diesem Punkt unser Lehrverhalten zu verbessern. Individuelle Förderung ist uns deshalb wichtig. Lernen unsere Schüler überhaupt richtig? Wie können wir auf das Lernverhalten Einfluss nehmen? Wie können wir die Schüler motivieren? Wir haben schon Fortbildungen und entsprechenden Förderunterricht zu diesem Thema durchgeführt. In diesem Schuljahr wollen wir weitere schulinterne Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer organisieren, damit diese ihren Unterricht entsprechend verbessern.

 

Ettwein: Weiteres Thema ist bei uns „die Sicherheit“. ISO überprüft schließlich z.B. den Sicherheitszustand unserer Werkstätten. In diesem Bereich sind wir in den letzten Jahren sehr gut vorangekommen, auch wegen unserem außerordentlich engagierten Sicherheitsbeauftragten Herrn Irion. 2014 werden wir den größten Teil unseres Maschinenparks natürlich mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Schulbehörden verbessert haben. Das ist für uns ein großer Erfolg, nach jahrelanger Anstrengung. Jetzt müssen wir die räumliche Unterbringung verbessern.

ISO hat uns die Möglichkeit gegeben, dass wir unsere Probleme mit Zahlen und Fakten, mit messbaren Größen,  den Behörden vorlegen konnten.

 

Frage: Welche konkreten Impulse für die Qualitätsentwicklung konnten sie aus dem neuen ISO-Verfahren im vergangenen Sommer ableiten?

 

Ettwein: Vor allem die Weiterentwicklung auf dem Gebiet Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wir haben Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Sicherheitsunterweisungen für Schüler und die dauerhafte Einbindung dieser Prozesse in die Schulorganisation umgesetzt. Wir sind deutlich einen Schritt weiter gekommen. Außerdem müssen wir unser Fortbildungskonzept weiterentwickeln. Dazu wurde ein Fortbildungsbeauftragter, Herr Weich, benannt, der in diesem Jahr die individuelle Förderung in den Vordergrund stellen soll. Ein anderes Thema im Fortbildungsbereich wird „die Gesundheit der Lehrer“. Dafür haben wir bei der Schulbehörde(Regierungspräsidium Freiburg) Mittel beantragt und genehmigt bekommen. Es wird Vorträge und Schulungen zur Stimmbildung der Lehrer geben.

 

Frage: Qualitätsentwicklung an Schulen wird teilweise sehr kritische gesehen, weil sie angeblich nichts mit Pädagogik bzw. Unterricht zu tun habe.

 

 

Suske: Vermutlich wird das kritisch gesehen, weil dafür Lehrerzeit zur Verfügung gestellt werden muss, das kostet Geld. Selbstverständlich hat Qualitätsentwicklung an Schulen mit Pädagogik und Unterricht zu tun. Lehrstoff, Lehrer und Schüler müssen in Einklang gebracht werden, dem dient wesentlich die Qualitätsentwicklung.

 

Held: An Schulen geht es grundsätzlich um Unterricht. Der Lehrer hat das Ziel, dass die Schüler den Unterricht verstehen und das Gelernte anschließend auch anwenden können. Und darum geht es bei Qualitätsentwicklung des Unterrichts.

 

Frage: Worin liegt für Sie die größte Bedeutung der kontinuierlichen ISO-Zertifizierung?

 

 

Ettwein: Die ISO-Zertifizierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Feintechnikschule. Sie  bedeutet, dass jedes Jahr fremde Evaluatoren an unsere Schule kommen und uns überprüfen. Wir müssen deshalb kontinuierlich am Ball bleiben. Die ISO-Zertifizierung baut den guten Ruf, den die FTS in der Region hat, deshalb  noch weiter aus. 

 

Die Fragen des Interviews stellte Annemarie Conradt-Mach. Es antworteten Schulleiter Thomas Ettwein, Fachabteilungsleiter Udo Held und Fachberater und Qualitätsbeauftragter Karl-Heinz Suske.